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Präsident Janukowytsch erklärte Russland den Krieg

Von Informanten aus dem Umfeld Wiktor Janukowytschs wurde der Zeitung “Ukrajina Moloda“ eine sensationelle Neuigkeit bekannt: der skandalreiche Verkauf von “Saporishstal” und des Mariupoler Iljitsch-Metallkombinats erwies sich sogar für den Garanten der Verfassung als unangenehme Überraschung.

Beide Unternehmen sind an ungenannte russische Investoren gegangen, wobei für das Iljitsch-Kombinat angeblich nur ein Zehntel des Werts gezahlt wurde und beim Kauf von “Saporishstal” haben unsere strategischen Partner nicht nur gegen die Verkaufsprozedur verstoßen, sondern auch frech den Weg des reichsten Menschen der Ukraine, Rinat Achmetow, gekreuzt. Mit anderen Worten haben die Russen einfach einen höheren Preis geboten: 1,7 Mrd. Dollar anstelle der 1,2 Mrd. von Achmetow, als der Prozess schon im Gange war. Außerdem befindet sich die metallurgische Gruppe “Industrialnyj Sojus Donbass/Industrieunion Donbass”, die vor kurzem noch mit dem Julia Tymoschenko nahestehenden Geschäftsmännern Witalij Hajduk und Serhij Taruta verbunden worden, im Stadium der Übergabe an russische Unternehmer. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, könnte dies bedeuten, dass bald das russische Business die Hälfte der ukrainischen Metallwirtschaft kontrolliert.

Als dem Präsidenten diese Nachricht berichtet wurde, geriet dieser, den Worten des Informanten nach, einfach nur außer sich und sagte angeblich die klassische Phrase: “Sie möchten Krieg? Sie erhalten ihn. Blockieren Sie es!” Erste Etappe der “Blockade” könnte das Urteil des Londoner Gerichts sein, welches den Verkauf von “Saporishstal” an die russischen Investoren verbot. Die Nachricht wurde der Öffentlichkeit unmittelbar durch den Präsidenten mitgeteilt.

In Kürze, prognostizieren Analytiker, könnte unsere Regierung beginnen zwei Finanzstrukturen mit Registrierung in Moskau Probleme zu bereiten: der “WneschEkonomBank/Außenwirtschaftsbank” und die WTB (WneschTorgBank/Außenhandelsbank). Investoren, die mit der ersten Bank verbunden werden, versuchen sich “Saporishstal” anzueignen und die WTB soll, dem Plan ihrer Besitzer nach, zum Finanzkissen für den Kauf ausgewählter ukrainischer Aktiva werden. Zusätzlich hat diese Bank, ungeachtet der Krise, keine Geldprobleme erfahren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der nicht weniger finanzstarken “WneschEkonomBank” ist der russische Premierminister Wladimir Putin.

Die neue ukrainische Regierung, welche die “ökonomische Freundschaft” selbst initiierte und heiß unterstützte in Form der Übergabe der Gasröhren, der Atomindustrie und des Flugzeugbaus, zeigte sich unvorbereitet auf die Abtretung des “Allerheiligsten”: der Metallwirtschaft, die ihre größten Sponsoren ernährt. Jedoch, wenn man dies als “Einsicht” betrachtet, so kam diese recht spät – als die Fusionsmaschine der Wirtschaften bereits gestartet wurde.

Allerdings lohnt es sich, auf den Terminus “kalter Krieg” bei dem Ausfall von Präsident Janukowytsch skeptisch zu blicken. Zweifellos kann Wiktor Janukowytsch einfach nicht “ungestüm attackieren”: die bilateralen Beziehungen sind zu eng und deren Bruch könnte die politische Karriere des Führers der “Regionalen” beenden. Ja und im ökonomischen Fernduell überwinden die der Größe nach kleinen Putin und Medwedjew leicht den Donezker Recken Janukowytsch. Doch zu welcher Grenze Wiktor Janukowytsch im Konflikt mit den Russen gehen kann, bleibt ein interessantes Rätsel dieses Sommers.

Und zur gleichen Zeit …

“Drücken” die Russen schon?

Die Partei “Russkij Blok” teilte dem der staatlichen Verwaltung des Lenin-Rajons von Sewastopol ihre Absicht mit, am 12. Juli im Zentrum der Stadt zu Ehren des Tages Russlands zu demonstrieren. Die Leute vom “Russkij Blok” haben vor, dass die Jugend an der Spitze der Kolonne eine 30 Meter lange russische Flagge tragen soll und der Zug von berittenen Kosaken und prorussischen gesellschaftlichen und parteilichen Organisationen begleitet wird.

Doch den Bestätigungen von Hennadij Bassow nach wurde er am 9. Juni aus dem Bezirksverwaltungsgericht der Stadt Sewastopol angerufen und darum gebeten am Donnerstag um 15:30 Uhr im Gerichtsgebäude auf Klage der staatlichen Kreisverwaltung zum Verbot der Versammlung zu erscheinen. Bassow nach ist dies eine “entrüstende Tatsache”“das gab es nicht einmal bei Juschtschenko, wo wir jedes Jahr diesen Tag begangen haben”.

Bassow meint, “dass die städtischen Leiter der Partei der Regionen den wachsenden Einfluss prorussischer Organisationen fürchten”.

Jurij Patykiwskyj

Quelle: Ukrajina Moloda

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 662

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Leserkommentare

kauschat in Unser Sudetenland

«Interessanter Vergleich: tatsächlich so einige Parallelen. Noch hat "der Westen" nicht die Annektion auch offiziell akzeptiert....»

Wolfgang Krause in Wir müssen hier leben

«Verglichen mit anderen Kommentaren ist dieser erfreulicherweise so geschrieben das er den Versuch wagt unterschiedliche Meinungen...»

Густаво Фан Хоовен in Wir müssen hier leben

«Zunächst vermittelt der Artikel den Eindruck einer neutralen Zustandsbeschreibung. Die Bezeichnungen "pro-sowjetisch" und...»

«Ich finde den Kommentar des Übersetzers nicht ganz glücklich, da er dazu einlädt, Dinge zu "vereinfachen". Ob die Antwort...»

«Würden sich die Menschen der Ukraine doch auf die Machnobewegung besinnen, die ganze Welt könnte Hoffnung schöpfen. Der...»

«WAS soll denn an dem was der Autor geschrieben hat unfassbar sein? Ich lese da keinen Widerspruch. Wenn du eine solche Phrase...»

«Danke für Ihre Darstellung der Hintergründe der Vertriebenen Gesetze und für die Einordnung der Russlanddeutschen. Es...»

KOLLEGGA mit 150 Kommentaren

Alex Alexandrewitsch mit 60 Kommentaren

Wolfgang Krause mit 29 Kommentaren

Christos Papaioannou mit 29 Kommentaren

Torsten Lange mit 24 Kommentaren

franzmaurer mit 18 Kommentaren

Mario Thuer mit 17 Kommentaren

Poposhenko mit 17 Kommentaren

Anatole mit 17 Kommentaren

Jusstice For All mit 17 Kommentaren