Die Redaktion der „*Ukrainskaja Prawda*“ erhielt einen Brief des Londoner Eremiten Boris Beresowskij, der nicht zum ersten Mal versucht, Einfluss auf die ukrainische Politik zu nehmen. Wir veröffentlichen diesen Text ohne Veränderungen und erinnern daran, dass die Meinungen unserer Autoren nicht immer mit den Ansichten der Redaktion übereinstimmen. Gleichzeitig ist es nach unserer Ansicht wichtig, sich mit allen in der Gesellschaft existierenden Positionen und Meinungen bekannt zu machen.
Appell
Sie sind eine politische Kraft
Sie – die Oligarchen und einfachen Kapitalisten – die Besitzer von Boden, Fabriken, Medienkonzernen, Bergwerken, Kraftwerken, Schiffen, Flugzeugen, Landgütern, Häusern, Geschäften, Kiosken… – sind das Rückgrat der Nation.
Ich wende mich bewusst an Sie, die reichen Ukrainer, denn das Kapital ist das konzentrierte Potenzial einer Nation und es obliegt zu großen Teilen Ihnen.
Sie schaffen Arbeitsplätze und bezahlen die Leistung ihrer Mitbürger, Sie zahlen Steuern in die Staatskasse und garantieren das Funktionieren des Staates. Sie haben verdientermaßen einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und das politische Leben im Staat.
Kapital und Macht gehören untrennbar zusammen. Jeder, der das Gegenteil behauptet, ist entweder ein Lügner oder ein Dummkopf. Deswegen heucheln Sie nicht – hören Sie nicht nur auf, Ihren Einfluss zu verstecken, sondern erkennen Sie Ihre Pflicht, dem Volk dabei zu helfen, am 17. Januar 2010 die richtige Entscheidung zu treffen.
Wählen Sie Juschtschenko
Ich habe nicht das Recht, Sie zu belehren, aber die Pflicht, Sie zu warnen.
Ich möchte Sie an die jüngere, russische Geschichte erinnern und dabei einige Analogien aufzeigen. Im Jahr 1996 haben wir russischen Oligarchen uns vereinigt und dem Volk auf entschiedene Art dabei geholfen, eine Entscheidung zugunsten der Zukunft zu treffen – wir überzeugten die Menschen davon, den schwächelnden, an Macht verlierenden Demokraten Jelzin zu unterstützen und haben damit die verbrecherische, kommunistische Macht – nicht nur in Russland, sondern im gesamten postsowjetischen Raum – für immer beerdigt. Ich danke dem Schicksal dafür, dass ich einer der Totengräber des Bösen sein durfte.
Glauben Sie mir! Wären Genosse Sjuganow und seine Kampfgefährten damals in den Kreml zurückgekehrt, so gäbe es heute weder eine unabhängige und demokratische Ukraine noch Sie, die reiche Oberschicht.
Heute muss in der Ukraine, Gott sei dank, keine Wahl zwischen Kommunisten und Demokraten getroffen werden. Es ist aber trotzdem eine Wahl zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und es ist für Sie logischerweise keine schwere Entscheidung, denn Sie – die Kapitalisten – werden früher oder später unausweichlich alles verlieren, wenn Sie das Vergangene wählen.
Ich gehe nun zu den Persönlichkeiten über. Sie haben die Wahl zwischen drei Kandidaten: Einem Kriminellen sowjetischer Prägung, einem prinzipienlosen Politprofi, der mit dem Übermut des Komsomolzen nach Macht giert und einem Basisliberalen.
Ihr Herren Achmetow, Pintschuk, Kolomojskij und alle, die mit Ihnen sind: Ihre kolossale Macht setzt eine enorme Verantwortung sowohl für Ihre Familien als auch für die gesamte Gesellschaft voraus.
Hören Sie auf Ihre tierischen Instinkte, wenn Ihr Verstand abgestumpft ist und Sie werden unwiderruflich erkennen, dass Viktor Juschtschenko der einzige Garant dafür ist, dass es keine Neuaufteilung gibt. Er ist der einzige Garant dafür, dass Sie Ihr Kapital halten und vermehren können und so wird die unabhängige und demokratische Ukraine logischerweise ihre fortschreitende Bewegung in eine zivilisierte Zukunft fortsetzen.
Und sogar wenn Juschtschenko schwach ist (Dioxin ist kein Vitamin), verfügen Sie über alle nötigen Ressourcen (die unsere des Jahres 1996 deutlich übersteigen), um nicht nur seinen ungefährdeten Sieg zu erreichen, sondern ihn auch auf seinem Weg, zu den für Sie selbst und das Land lebenswichtigen Reformen, zu unterstützen.
Das Volk hat immer Recht
Das Volk ist die konservative Mehrheit.
Die Bewegung der Gesellschaft nach vorne geschieht immer auf Initiative und Willen einer aus dem Volk ausgebrochenen Minderheit.
Sie – die wohlhabende Oberschicht – sind die progressive Minderheit.
In der modernen Demokratie ist die Macht die Wahl des Volkes.
Es ist die Pflicht der progressiven Minderheit, das Volk von der Richtigkeit seiner Ideen zu überzeugen.
Deshalb stehen Sie – die Oberschicht – in der Verantwortung sowohl für den Sieg als auch für die Niederlage.
P.S. Das Volk schätzt seinen eigenen Sieg, aber verzeiht Ihnen nicht Ihre Niederlage.
Denn das Volk hat immer Recht!
Boris Beresowskij, London
Quelle: Ukrajinska Prawda


Forumsdiskussionen
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich habe mal sie Einreise in die UA (aus Polen), am Grenzübergang Uhryniw gemacht. Inzwischen 3 Mal am Freitagabend 21 Uhr MEZ. Nur zwei bis drei PKW, was schon gut ist. Aber der Hit ist, dort gibt es...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Inzwischen hat sich ja auch die Tagesschau etwas eingehender mit diesem Thema befaßt. Demnach seien indirekte Geldflüsse zum Kreml der Grund für das erfolgte Verbot der Serie. Ich schätze jedenfalls...“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„ Ist die Meldung überhaupt aktuell, die "Welt" schrieb offenbar schon 2023 über genau dieses Thema ?
“
Awarija in Ukraine-Nachrichten • Re: Die Ukraine hat Sanktionen gegen die Macher der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ verhängt
„Kennt jemand vielleicht die Hintergründe dafür ? Soweit ich das sehe handelt es sich doch um eine völlig harmlose Kinderserie ohne jede Spur von Propaganda oä ?“
Awarija in Ukrinform • Re: Russland attackiert erneut Grenzübergang zu Moldau in Region Odessa, Verkehr gesperrt
„ Was meint "erneut" ??
Bislang glaubte ich daß man sich als Reisender zumindest in unmittelbarer Grenznähe sicher fühlen konnte ?
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Bei Ankunft am Blockposten im Internet (nakordoni.eu) 4h Wartezeit und 40 PKW am Grenzübergang, einen Teil der Wartezeit sitzt man am Blockposten ab, die halten die PKW Warteschlange von dem eigentlichen...“
Frank in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich dachte z.B. Krakovetz hat diese Spur nicht, jedenfalls bin ich in 2025 mit allen anderen bei den Ukrainern durchgeschleust worden, anschließend bei den Polen EU Spur..“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„ Hallo julib77,
Bzgl. Ausreisen mit PKW nach Polen möchte ich Dir deutlich widersprechen, ich weiß nicht woher Du Deine Informationen beziehst.
Schau einfach hier einmal Thread nach "An welchem Grenzübergang geht's am schnellsten? Da musst Du nicht suchen, der steht derzeit auch immer weit oben. Auch wenn wir da, nur über die Abläufe und die Wartezeiten berichten, findest Du nicht einen Kommentar darüber, dass Ukrainer schlecht behandelt werden. (2025 bis heute, ca. 25 Ein- und Ausreisen)
Ich kann nur sagen, ich beobachte keinerlei Repressalien, ganz im Gegenteil, die Ukrainer werden respektvoll behandelt, ist stelle keinen Unterschied zu mir als Deutschen fest. Das einzig berichtenswerte ist, dass die meisten Ukrainer-Innen fotografiert werden, bei der Ein - und Ausreise. Dieser Vorgang läuft professionell ab, ich kann dabei keine "Erniedrigung " beobachten, es wird gelacht und gescherzt dabei und die Frauen richten ihre Haare etc. Damit es ein 'schönes" Bild gibt.
Bzgl. Ungarn kann ich nur von einer Einreise berichten in 2025 (noch unter Orban), an dem mir sehr gut bekannten Grenzübergang "Lushanka" (Berehove HU), die Ausreiseseite kann man beobachten, ich kann nichts berichten, d.h. für mich normale Abläufe bei der Ausreise, wie auch bei der Einreise. Normale PKW Schlange, ganz im Rahmen. Kurz um, mir ist damals nichts aufgefallen. Alles war SICHER, wie die letzten 70 Mal, als ich den Grenzübergang von 2004 an bis 2025 überquert habe. Ein- und Ausreise.
“
Bernd D-UA in Berichte und Reisetipps • Re: An welchem Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine geht es am schnellsten?
„Ich werde am Sonntag ca. 12 Uhr auch wieder in Uhryniw Ausreisen. Dazu mal eine Frage, in Uhrnyiw gibt es ja die besagte EU-Spur, die ja durchweg bei den Ukrainern und den Polen die Ausreisezeit doch erheblich...“
julib77 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Auch wenn ich diese Verbindung toll finde, hätte ich ehrlicherweise Angst, von Polen aus in die Ukraine zu reisen. Die Polen werden immer gewaltsamer gegen Ukrainer und ukrainische Projekte. Außerdem...“
Awarija in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ups, ja. Irgendwie war zwar die Rede von einem durchgängig buchbaren Fahrschein, aber das bedeutet in der Tat wohl nicht auch zugleich eine unterbrechungsfreie und bequeme Fahrt mit der Bahn. Schade“
MHG1023 in Berichte und Reisetipps • Re: Mit dem Zug in die Ukraine
„Ja auf dem Papier sieht das wohl alles sehr einfach aus. Offenbar hat Leo da den Mund etwas zu voll genommen, scheint übrigens typisch für die private Verkehrsbranche zu sein. Soweit ich sehe hat sich...“