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Commerzbank möchte ukrainische Tochterbank verkaufen

Die deutsche Commerzbank hat zugegeben, dass sie ihre ukrainische „Tochter“ – die Bank Forum – gern verkaufen würde. Experten merken an, dass nicht nur die europäischen, sondern auch die russischen Investoren ihr Interesse an ukrainischen Aktiva verloren haben. Daher muss die Commerzbank einen Käufer unter ukrainischen Geschäftsmännern suchen.

Der Chef der Finanzabteilung der Commerzbank, Eric Strutz, erklärte der Deutschen Welle am Freitag, dass die Bank beabsichtigt sich von einer Reihe von Aktiva der Gruppe außerhalb der Grenzen des Kernmarktes zu trennen, berichteten ukrainische Nachrichtenagenturen gestern. Es werden nur die Geschäfte in Deutschland (Comdirect) und Polen (BRE Bank), die Gewinn bringen, nicht verkauft werden. Im Rahmen dieser Strategie schloss der Banker einen Verkauf der ukrainischen Bank Forum (95,9% der Aktien gehören der Commerzbank Auslandsbanken Holding AG), die sich „zu weit weg vom Zentrum befindet“, nicht aus. „Wir haben ein Programm zur Verringerung der Risikoaktiva in den Nichtschlüsselgebieten beschlossen: Deutschland behält weiter sein hohes Kreditvergabeniveau und wir möchten es unterstützen. In den Nichtschlüsselgebieten sehen wir ein Potential für eine weiter Reduzierung“, erklärte Strutz.

Zu den Kürzungen auf den Auslandsmärkten wird die Commerzbank aufgrund der Abschreibung von 50% der Aktiva, die in griechische Anleihen investiert wurden, gezwungen. Der Schätzung der Europäischen Bankenverwaltung nach muss die Gruppe 2,94 Mrd. Euro für eine Zusatzkapitalisierung finden. Es werden Geschäftsverkäufe, Einsparungen beim Verwaltungspersonal und eine Rückführung der Tätigkeit der Hypothekenabteilung Eurohypo geplant.

Bei der Bank Forum teilt man mit, dass die Pläne des Aktionärs sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Instituts auswirken. „Die Strategie der Entwicklung der Bank Forum bleibt unverändert. Sie schließt die Erhöhung des Portfolios an aktiven Operationen und die weitere Festigung unserer Positionen als führender Marktteilnehmer ein“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Wadim Beresowik. „Wir haben die Reservebildung unter unserem Problemportfolio abgeschlossen, was die Stabilität der Bank erhöht. Gemäß dem Indikator für Stabilität belegen wir einen der ersten Plätze unter den ukrainischen Banken. Daher bin ich absolut überzeugt davon, dass die Bank Forum sich weiter im beabsichtigten Tempo entwickeln wird, ungeachtet der schwierigen ökonomischen Situation in Europa“.

Experten betonen, dass es für die Deutschen, ungeachtet der Verbesserung des Portfolios der Bank Forum, schwierig sein wird, einen neuen Besitzer zu finden. „Heute kann man die Bank nur an ukrainische Investoren verkaufen, für die übrigen sind derartige Aktiva uninteressant. Aus der Reihe der Käufer sind sogar die russischen Investoren verschwunden“, teilte der Direktor des Ukrainischen Analysezentrums, Alexander Ochrimenko, mit. „Als Käufer könnten die Geschäftsmänner auftreten, die sich noch nicht in vollständigem Maße auf dem Bankenmarkt realisiert haben“, meint der Geschäftsführer des Investmentunternehmens „Aval Brok“, Dmitrij Polkowskij. Als Anwärter auf die Bank Forum nennen die Finanzfachleute Wadim Nowinskij, der die „Unex“-Bank besitzt, doch Pläne zur Übernahme einer anderen Bank verkündet hat. Als Kandidaten für den Kauf könnten ebenfalls Jurij Bojko und Anatolij Tolstouchow auftreten, die sich früher anderen Banken angesehen hatten, und ebenfalls die Gasprombank und die Promswjasbank.

Ruslan Tschornyj

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 479

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