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Rinat Achmetow erwarb 50% an "Saporoshstal"

Die „Metinvest“-Gruppe hat die Kontrolle über das Metallkombinat „Saporoshstal“ erlangt. Am Freitag wurde bekannt, dass die Industrialbankgruppe sich dazu entschied, ihre Anteile am Metall- und Verhüttungsgeschäft nicht an russische Investoren, die mit der Wneschekonombank in Verbindung stehen, sondern an das Unternehmen Rinat Achmetows zu verkaufen. Jetzt stehen das Kombinat und andere Aktiva der Holding „Saporoshstal“ unter der Kontrolle von „Metinvest“. Doch um einen Schlusspunkt hinter den Streit um die Aktien des Unternehmens zu setzen, ist es, wie Experten betonen, noch zu früh.

Besitzer der 50% der Aktien des Verhüttungs- und Metallgeschäfts der Industrialbankgruppe – der „Saporoshstal“-Holding – wurde die „Metinvest“-Gruppe, teilte man am Freitag beim Unternehmen mit. Zwischen ihnen wurde ein Abkommen über das gemeinsame Management der Aktiva geschlossen und „Metinvest“ erhielt eine Option für den Aufkauf der übrigen 50% der Holding. Mit detaillierteren Kommentaren hielten sich beide Seiten zurück.

Als Hauptbesitzer der Industrialbankgruppe werden Igor Dworezkij, Artur Abdinow und Witalij Sazkij angesehen. Die Gruppe besitzt 50% der „Saporoshstal“-Holding, die ihrerseits 20 Verhüttungs- und Metallaktiva hauptsächlich in der Ukraine und Russland vereint. Insbesondere sind das mehr als 96,6% der Aktien des Metallkombinats „Saporoshstal“, 41% der Aktien an „Saporoshkoks“ und 29% der Aktien des Saporoshjer Eisenerzkombinats. Sie kontrolliert das Saporoshjer Werk für feuerfeste Anlagen, das Lugansker Röhrenwerk und „Trubostal“ und ebenfalls einige schrottverarbeitende Unternehmen und Kohleschächte, die Anreicherungsfabrik „Scholochowskaja“ und eine Kette von Handelsunternehmen und Metallbasen in der GUS und anderen Ländern. Die Finanzkennzahlen werden nicht bekanntgegeben.

Ein weiterer Besitzer von 50% der „Saporoshstal“-Holding ist unbekannt. Bis 2010 war dies die Midland Resources Holding von Eduard Schifrin und Alex Schnajder. Im Mai letzten Jahres verkauften sie ihren Anteil an einen unbekannten russischen Investor. Das Geschäft im Wert von 850 Mio. $ wurden von der Wneschekonombank gesponsort. Die Luxe Holdings von Rinat Achmetow versuchte diesen Verkauf anzufechten. Das Unternehmen wandte sich dafür an das Oberste Gericht in London mit der Forderung den Verkauf aufzuheben, dabei erklärend, dass Luxe vorher ein Abkommen über den Erwerb von 50% der Holding für 690 Mio. $ abgeschlossen hatte. Später änderte der Kläger seine Forderungen und erreichte den Einzug von 105 Mio. $ von Midland (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 16. November 2010). Gemäß den Unterlagen der Sache wollten die Besitzer der Industrialbankgruppe ihren Anteil an der Holding an den neuen Käufer „gemeinsam und gleichzeitig mit Midland“ durchführen. Warum das nicht stattfand, wurde nicht mitgeteilt.

Der Analyst des Investmentunternehmens Dragon Capital, Sergej Gajda, meint, dass „Metinvest“ „Saporoshstal“ erwarb, damit es die Konkurrenten nicht bekommen. Vorher hatten ArcelorMittal, Posco und „Sewerstal“ Interesse am Kombinat bekundet. „Aus eben jenem Grunde hat ‘Metinvest’ 2010 das Mariupoler Stahlwerk erworben“, betont Gajda. „Über den Kauf des Mariupoler Stahlwerkes und von ‘Saporoshstal’ hat ‘Metinvest’ sich ebenfalls einen garantierten Absatzmarkt für Eisenerz beschafft“. Den Angaben von Fitch nach hatte „Metinvest“ den eigenen Bedarf an Eisenerz zu 200% sichergestellt.

Der Ausbau der Stahlkapazitäten ist ein Teil der Strategie von „Metinvest“, betont der Analyst des Investmentunternhemens Concorde Capital, Andrej Gerus. Den Angaben der Assoziation Worldsteel entfiel 2010 auf „Metinvest“ 26% des Anteils am erzeugten Stahl in der Ukraine und 8% in der GUS. Unter Berücksichtigung der Kapazitäten des Mariupoler Metallkombinates, das „Metinvest“ im letzten Jahr erwarb, könnten diese Werte auf 43% bzw. 13% steigen. Das Kontrollpaket an „Saporoshstal“ erlaubt es „Metinvest“ die Produktions- und Finanzkennziffern des Metallkombinates in der eigenen Berichterstattung auszuweisen. Derart könnte „Metinvest“ seinen Anteil am ukrainischen Markt auf 53% erhöhen und den in der GUS auf 16%. Bleibt anzumerken, dass dieser Anteil auf dem ukrainischen Markt nicht als Monopol angesehen wird. „Mehr als 80% der in der Ukraine erzeugten Metallprodukte werden exportiert. Daher wird das Antimonopolkomitee diesen Markt im Rahmen der GUS betrachten, wie es bereits beim Eisenerz war“, hebt Andrej Gerus hervor.

„Saporoshstal“ ist eine der rückständigsten Metallproduktionsstätten im Lande. Den Einschätzungen des Unternehmens nach sind für die Durchführung einer Modernisierung etwa 1,8-2 Mrd. $ nötig. Der Löwenanteil dieser Mittel muss für die Umrüstung des Stahlwerks von den Siemens-Martin-Öfen auf das Sauerstoffblasverfahren aufgewendet werden. Andrej Gerus meint, dass „Metinvest“ diese Ausgaben wahrscheinlich tätigen wird. „Wie die Erfahrung der Übernahme des Mariupoler Stahlwerks zeigt, hat ‘Metinvest’ nach dem Erhalt der Kontrolle über das Kombinat sich aktiv mit der Modernisierung der Kapazitäten des Unternehmens befasst. Vor kurzem verkündete das Unternehmen die Erhöhung des Kapitalinvestitionsprogrammes von 2 Mrd. $ auf 3 Mrd. $“, sagt er.

Gajda hebt ebenfalls hervor, dass „Metinvest“ das Unternehmen ungeachtet dessen kontrollieren können wird, das ein bedeutender Anteil der Aktiva der „Saporoshstal“-Holding einem unbekannten Investor gehört. Insbesondere ist das Management des „Saporoshstal“ Kombinates, seinen Worten nach, der Industrialbank loyal gegenüber und folglich, wenn deren Besitzer das Geschäft mit System Capital Management (SCM) gemacht haben, auch „Metinvest“ gegenüber. Für einen Managementwechsel ist unbedingt ein Quorum von mehr als 60% nötig, das nicht eine der Seiten hat. Doch wird der Kampf um „Saporoshstal“ höchstwahrscheinlich damit nicht enden. „‘Metinvest’ strebt immer die völlige Kontrolle über seine Aktiva an“, betont Sergej Gajda. Kommentare von den russischen Eigentümern „Saporoshstals“ gelang es bei der Wneschekonombank nicht einzuholen.

Alexander Tschernowalow

Quelle: Kommersant-Ukraine

Übersetzer:   Andreas Stein — Wörter: 841

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