Präsident Wiktor Juschtschenko erklärte, dass das Budgetdefizit des Rentenfonds bis Ende des Jahres bei 14 Mrd. Hrywnja (ca. 1,9 Mrd. €) liegen wird, was einen Anstieg des Budgetdefizits auf 25 Mrd. Hrywnja (ca. 3,4 Mrd. €) hervorrufen wird. Beim Finanzministerium sagt man, dass es keine Probleme bei der Auszahlung der Renten geben wird: Der Rentenfonds erhält ein Darlehen in Höhe von 7 Mrd. Hrywnja (ca. 958 Mio. €) für die Vorfinanzierung der Renten im Januar 2009 und das Defizit des laufenden Jahres, in Höhe von 6,6 Mrd. Hrywnja (ca. 904 Mio. €), wird über den Eintrag von Änderungen im Staatsbudget von 2008 gedeckt. Doch dies löst die Probleme nicht, sind sich Experten sicher. Ihrer Meinung nach, lassen sich in 2009, aufgrund des Rückgangs der Einzahlungen aus dem Lohnfonds, Stockungen bei der Finanzierung der Sozialtransfers und ein Anstieg der Zahlungsrückstände erwarten.
Gestern kritisierte Präsident Wiktor Juschtschenko im Laufe der Konferenz zu Fragen der Budgetrealisierung 2008 die Planung des Budgets des Pensionsfonds, dieses “stümperhaft” nennend. Der Zorn der Staatsoberhauptes wurde von dem Fakt des Vorhandenseins eines Budgetdefizits im Pensionsfonds hervorgerufen, das bis Ende 2008 14 Mrd. Hrywnja (ca. 1,9 Mrd. €) betragen kann, was eine Erhöhung des Defizits des Staatsbudgets bis auf 25 Mrd. Hrywnja (ca. 3,4 Mrd. €) nach sich ziehen kann. “Wie konnte das geschehen, wo am Anfang des Jahres das Budget des Pensionsfonds ausgeglichen war und ideal aussah?”, staunte der Präsident.
Beim Pressedienst des Pensionsfonds verzichtete man auf Kommentare. Beim Finanzministerium antwortete man ebenfalls nicht auf die Anfrage des “Kommersant-Ukraine”. Doch ein Informant des “Kommersant-Ukraine” erzählte, dass anfänglich das Budget des Pensionsfonds ohne Defizit bestätigt wurde. Das starke Übersteigen der Ausgaben über die Einkünfte ging in Verbindung mit der Erhöhung des Existenzminimums um 2 Hrywnja (ca. 0,27 €) zum 1. Juli, der Erhöhung des Koeffizienten der Versicherungszeit von 1,2% auf 1,35% und des Rückgangs der Überweisungen in den Pensionsfonds aufgrund der Finanzkrise (der Rentenfonds wird zu 32% aus dem Lohnfonds gespeist). “Man zählte darauf zusätzliche 7-8 Mrd. Hrywnja (ca. 958 Mio. € – 1,096 Mio. €), doch wir erhalten max. 3 Mrd. Hrywnja (ca. 411 Mio. €). In Verbindung mit der Krise bleiben die geplanten Einkünfte aus.”, teilte der Informant dem “Kommersant-Ukraine” mit.
Den Berechnungen des Ministeriums für Finanzen nach, wird das Defizit des Rentenfonds niedriger als der Präsident erwartet ausfallen – 13,6 Mrd. Hrywnja (ca. 1,86 Mrd. €), doch auch dies bedeutet, dass man dem Pensionsfonds ein weiteres Darlehen in diesem Jahr geben muss, prognostiziert der Staatsangestellte. Den Worten des Gesprächspartners des “Kommersant-Ukraine” nach, schlägt das Finanzministerium im Änderungsentwurf für das Budget 2008 vor die Zuwendungen an den Fonds um 6,6 Mrd. Hrywnja zu erweitern (ca. 904 Mio. €), von denen 1,4 Mrd. Hrywnja (ca. 192 Mio. €) zur Finanzierung der Renten der Bergarbeiter gemäß dem Gesetz “Zur Erhöhung des Ansehens der Schachtarbeit” verwendet werden. Gestern wurden diese Änderungen für die Untersuchung auf der außerordentlichen Kabinettssitzung eingebracht. Vorher wurden zur Korrektur des Budgets 5,773 Mrd. Hrywnja (ca. 791 Mio. €) für den Pensionsfonds vorgeschlagen (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine” vom 24. Oktober). Die restlichen 7 Mrd. Hrywnja erhält der Pensionsfonds für die Finanzierung der Auszahlungen in der ersten Dekade des Januars im Voraus. “Probleme gibt es, doch das bedeutet nicht, dass die Rentner keine Renten mehr erhalten.”, resümierte der Staatsangestellte aus dem Ministerium.
Jedoch sind Experten weniger optimistisch. Den Worten des Direktors des Zentrums “CASE-Ukraina”, Dmitrij Bojartschuk, nach, ist die Wirtschaftskrise das Hauptrisiko für die Gewährleistung des Einnahmenteils des Budgets des Pensionfonds, da mit den Personalkürzungen in den Unternehmen sich die Überweisungen aus der Einkommenssteuer und den Sozialzahlungen in den Pensionsfonds sich verringern. Doch die Erhöhung des Versicherungskoeffizienten wirkt sich nur unbedeutend auf das Budget des Fonds aus, denkt er. “Wieso schreit die Regierung so, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht entlassen? Da dies auf die Einkommensbasis des Budgets und in hohem Grade auf die Einkünfte des Pensionsfonds sich auswirkt.”, ist sich Bojartschuk sicher. “Die Unternehmen können ihre Produktionsleistung dämpfen, die Menschen Zwangsbeurlauben und dann überleben sie, doch für den Pensionsfonds ist dies ein riesiges Problem”.
In Verbindung damit prognostizieren Analysten Unterbrechungen bei der Auszahlung der Renten. “Wir haben bei uns ein ungünstiges Verhältnis zwischen Arbeitenden und Nichtarbeitenden. Jeder Arbeiter sollte für sich, für den Staat und die Sozialtransfers verdienen. Der reale Sektor der Wirtschaft kann die Sozialtransfers nicht sicherstellen, wenigstens in der Proportion, die es gab, daher wird es ein Budgetdefizit im Pensionsfonds geben.”, ist die Generaldirektorin des Institutes für Budget und sozioökonomische Forschungen, Irina Schtscherbina. “Verzögerungen bei den Auszahlungen kann es geben, doch alles hängt davon ab, welches Niveau beim Mindestlohn und den Renten das Kabinett für 2009 festlegt.”, fügt der Experte des Zentrums für Ökonomische Forschungen und Politische Beratungen, Alexander Betlyj mit.
Quelle: Kommersant-Ukraine
Forumsdiskussionen
Frank in Nützliche und interessante Sachen • Re: Botschaftshinweise: Onlineeintragung in die "Deutschenliste" zur Krisenvorsorge
„"§ 107 Wahlbehinderung (1) Wer mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt eine Wahl oder die Feststellung ihres Ergebnisses verhindert oder stört ..." Hat mit seinem Anliegen irgendwie gar nix zu tun na...“
Bernd D-UA in Politik • Re: Der Ukraine droht ein schmerzhafter Abschied vom Donbass
„Toleranz ist das Stichwort und im Grunde befindet er sich zum großen Teil unter Gleichgesinnten und erkennt es nicht, sehr schade, allerdings sind seine Umgangsformen etwas eingeschränkt, was ebenso...“
Bernd D-UA in Nützliche und interessante Sachen • Re: Botschaftshinweise: Onlineeintragung in die "Deutschenliste" zur Krisenvorsorge
„@tombi Die Meinung anderer zu achten ist nicht so Dein Ding, Du musst sie ja nicht teilen. Dies ist aber eine grundlegende Regel einer Diskussion, daher macht die Diskussion mit Dir wenig Sinn, offensichtlich...“
Frank in Politik • Re: Der Ukraine droht ein schmerzhafter Abschied vom Donbass
„... keine macht den Drogen ... such dir mal Hilfe“
Tombi in Nützliche und interessante Sachen • Re: Botschaftshinweise: Onlineeintragung in die "Deutschenliste" zur Krisenvorsorge
„@tombi, das Land hat andere Probleme als Dir Deine Wahlunterlagen hinterher zu tragen. Soll auch so bleiben, kostet nur unnötig Steuergelder! Soweit alles Verstanden? Aha, wieder so ein Widerling der...“
Tombi in Politik • Re: Der Ukraine droht ein schmerzhafter Abschied vom Donbass
„Handrij, ich vermute Du bist ein FSB-Agent, da ich mit Euch Moördern nicht zusammen arbeiten möchte, und mir Deine Zensur zu peinlich ist: gehe ich, ich verlasse Dich & Deine Desinformation, deine...“
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„Wer ist eigentlich so naiv, und verbreitet immer noch putinsche Propaganda Meldungen, in diesem Forum? Ihr wisst doch genau, dass der keinen mehr hoch bekommt. Ausser Lügen stemmt der doch gar nichts...“
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„Quatsch, Kellogs muss nur Putin überzeugen, die Ukraine zu verlassen, und sein Morden einzustellen. wer schreibt diesen hinterhältige Putinschen Propaganda Artikel eigentlich, sind diese dämlich? Geht...“
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„Mich würde es Interessieren, ob die Amis sich auch raushalten, wenn der Zwerg Alaska besetzt oder Teilbesetzt. Es könnte ja zu einem Atomkrieg kommen, wenn die Amis Truppen schicken. Sie senden anscheinend...“