Der Gaskrieg zwischen Russland und Turkmenistan wirkte sich auch auf die Ukraine aus. Ungeachtet dessen, dass heute die Reparatur der Gasleitung Mittelasien-Zentrum abgeschlossen wird, bleibt die Senkung des Einkaufs turkmenischen Erdgases um 90% durch Russland, dessen Hauptverbraucher die Ukraine darstellt, bislang in Kraft. “Gasprom” hat sich für den Fall rückversichert, falls Turkmenistan die Wiederaufnahme der Durchleitung erreicht – der russische Monopolist verkündete “Naftogas” Strafsanktionen für die Gasmindereinnahmen im März, die bis zu 530 Mio. $ betragen können.
“Gasprom” präsentierte der Ukraine Strafsanktionen für Gasmindereinnahmen im März; am Ende der letzten Woche sandte der russische Monopolist eine offizielle Meldung darüber an “Naftogas”, teilte dem “Kommersant-Ukraine“ ein Informant bei “Gasprom” mit. Offiziell kommentieren beide Seiten die Botschaft nicht. Doch noch im März hatte der russische Premier Wladimir Putin erklärt, dass “Gasprom” von der Ukraine keine Strafen für nicht entnommenes Gas erheben wird. “Man darf seine Partner nicht umbringen”, sagte er. Und der Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden von “Gasprom”, Walerij Golubjew, betonte, dass “Naftogas” keine Mittel zur Zahlung von Strafen habe, daher ist deren Verhängung nicht sinnvoll, obgleich er hinzufügte, dass die Entscheidung zu dieser Frage “in Abhängigkeit von den konkreten Bedingungen” gefällt wird.
Im I. Quartal hat “Naftogas” bei “Gasprom” nur die Hälfte der im Vertrag vorgesehenen Menge gekauft – 2,5 Mrd. Kubikmeter Gas, dabei betrug die Entnahme im März nur etwa 0,95 Mrd. Kubikmeter bei geplanten 2 Mrd. Kubikmeter. Im Vertrag zwischen den Unternehmen ist eine Strafe in Höhe von 150% des Werts der nichtentnommenen Menge von Oktober bis März und 300% in der restlichen Zeit vorgesehen. Auf diese Weise könnten die Strafsanktionen für das nicht abgenommene Gas im März 530 Mio. $ betragen.
Teilweise rettet die Ukraine die Havarie in der Gasleitung Mittelasien – Zentrum – 4 (SAZ-4). Diese nutzend, beabsichtigt “Gasprom” zukünftig weniger turkmenisches Gas durchzuleiten, welches für die Ukraine bestimmt ist, sagt ein Informant des “Kommersant-Ukraine“ beim Monopolisten. Die Havarie in der Gaspipeline SAZ-4, über die Gas aus Turkmenistan über Usbekistan und Kasachstan nach Russland geleitet wird, fand in der Nacht zum 9. April statt. Im Ergebnis wurden die Lieferungen turmenischen Gases nach Russland eingestellt. Und sowohl in Turkmenien als auch in Russlnd spricht man davon, dass der Grund für die Havarie höchstwahrscheinlich zu viel Gasdruck auf der Leitung war. Dies geschah daher, da “Gasprom” die Nutzung turkmenischen Gases um 90% reduzierte, Turkmenien und die Transitländer erst einen Tag vorher warnend. Heute soll, gemäß der Erklärung der Regierung Turkmenistans, die Reparatur der Gaspipeline abgeschlossen sein. Doch “Gasprom” teilt nicht mit, für welche Frist die Begrenzung der Durchleitung eingeführt wurde.
Der Chef der East European Gas Analysis, Michail Kortschenkin, merkt an, dass diese Situationen in den technischen Vereinbarungen zwischen den Unternehmen vorgesehen sein sollen. Ein derartiges Dokument haben “Gasprom” und Naftogas” in der vorigen Woche unterzeichnet. Ob ein analoges Abkommen zwischen Russland und Turkmenistan existiert, konnte der “Kommersant-Ukraine“ gestern nicht herausfinden. Kortschenkin erinnert daran, dass während des Januargaskrieges “Gasprom” die Gaspipeline Jelez-Krementschug-Kriwoj Rog unter eine Druck von 7,4 MPa hielt, doch von der ukrainischen Seite her war die Leitung geschlossen worden. “Aber es gab keinerlei Explosionen oder Brüche”, unterstreicht er.
Walerij Nesterow von “Troika Dialog” betrachtet die Handlungen “Gasproms” bei der Verringerung der Einkäufe in Turkmenien als gesetzeskonform. “Das ist eine logische Optimierung des Imports und eine Reaktion auf den 50%-tigen Rückgang der Nachfrage von Seiten der Ukraine. Derzeit leiden alle Energieressourcen-Exporteure und das die Verluste zwischen ihnen aufgeteilt werden, ist normal”, sagt er. Den Worten von Nesterow nach, wartet “Gasprom”, genauso wie die europäischen Verbraucher, darauf, wann der Preis für turkmenisches Gas sich infolge der Konjunktur des Marktes verringert.
Falls Turkmenien die Wiederaufnahme der Gaslieferungen in alter Höhe erreicht, wird “Gasprom” gezwungen sein der Ukraine Strafen auszustellen, betont der Stellvertreter des Direktors des wissenschaftlich-technischen Zentrums “Psicheja”, Gennadij Rjabzew: “Offensichtlich ist, dass die Havarie an der Gasleitung sehr zur rechten Zeit kam. Genau dann, als ‘Gasprom’ in eine schwierige Situation geriet. Sie müssen turkmenisches Gas kaufen, welches niemand braucht. Falls der russisches Monopolist die Situation nutzen kann, dann zahlt die Ukraine keinerlei Strafsanktionen. Falls Turkmenistan gewinnt, wird ‘Gasprom’ höchstwahrscheinlich alle Strafen auf ‘Naftogas’ abladen”??.
Oleg Gawrisch, Olga Mordjuschenko, Michail Sygar
Quelle: Kommersant-Ukraine


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